Ratgeber · Trockenbau

Platten, Abdichtung, Vorwand – was leichte Wände im Bad brauchen

Ratgebervon Augusta InnenausbauOktober 20265 Min Lesezeit

Im Bad ist der Trockenbau besonders gefragt. Er versteckt Leitungen, schafft Ablagen und trägt Waschtisch und WC. Damit er dort dauerhaft hält, braucht er die richtigen Platten und eine Abdichtung an jeder Stelle, an die Wasser kommt.

Moderne Bäder kommen fast ohne sichtbare Rohre aus. Spülkasten, Zuleitungen und Abflüsse verschwinden hinter einer Vorwand, die gleichzeitig als Ablage oder Nische dient. Auch neue Trennwände für eine Duschecke oder ein zweites WC entstehen meist im Trockenbau.

Dieser Ratgeber zeigt, was Trockenbau im Bad von anderen Räumen unterscheidet, wie eine Vorwandinstallation funktioniert und wo die Abdichtung sitzen muss.

Was im Bad anders ist

Normale Gipsplatten vertragen keine dauerhafte Feuchtigkeit. Im Bad werden deshalb imprägnierte Platten verwendet, die Wasser deutlich langsamer aufnehmen. Man erkennt sie meist an ihrer grünlichen Farbe. Sie sind für die übliche Luftfeuchtigkeit eines Wohnbades geeignet. In Duschen und an Wannen, wo Wasser direkt auf die Wand trifft, reicht das allein nicht. Dort kommt zusätzlich eine Abdichtung unter die Fliesen. Für stark beanspruchte Bereiche, etwa bodengleiche Duschen mit viel Spritzwasser, gibt es zementgebundene Bauplatten, die selbst durch Nässe nicht aufweichen.

Auch die Lüftung gehört zur Planung. Ein Bad ohne Fenster braucht einen Lüfter, der feuchte Luft nach dem Duschen zuverlässig abführt. Sonst schlägt sich die Feuchtigkeit an kühlen Stellen nieder, und selbst gute Platten und Fugen werden auf Dauer belastet. Wer ein Bad im Dachgeschoss oder in einem Innenraum plant, sollte das deshalb von Anfang an mitdenken.

Kurz gesagt. Imprägnierte Platten im ganzen Bad, Abdichtung überall dort, wo Wasser direkt hinkommt. Die Platte allein ist keine Abdichtung.

Die Vorwandinstallation

Bei einer Vorwandinstallation steht vor der eigentlichen Wand ein schmaler Aufbau aus Metallprofilen. Er nimmt Leitungen und Montagegestelle auf und wird anschließend beplankt und gefliest.

Gestelle für WC und Waschtisch

Wandhängende WCs und Waschtische sitzen auf stabilen Montagegestellen, die am Boden und an der Wand verankert sind. Der Spülkasten liegt unsichtbar dahinter.

Leitungen ohne Stemmarbeit

Wasser- und Abwasserleitungen laufen in der Vorwand. Schlitze in Mauerwerk oder tragenden Wänden sind nicht nötig, was gerade im Altbau viel Arbeit und Staub spart.

Ablagen und Nischen

Die Vorwand muss nicht raumhoch sein. Endet sie auf halber Höhe, entsteht eine durchgehende Ablage. Nischen in der Dusche ersetzen Regale und Körbe.

VORWANDINSTALLATION IM SCHNITTRohwand bleibt unberührtAblage auf halber HöheSpülkasten im Montagegestellwandhängendes WCAbfluss in der VorwandBeplankung mit imprägnierten Platten,danach Abdichtung und Fliesen
Vereinfachte Seitenansicht. Das Gestell trägt das WC, die Leitungen liegen vor der Rohwand. Die Vorwand kann raumhoch oder als halbhohe Ablage ausgeführt werden.

Was hinter der Vorwand liegt, macht man einmal richtig und sieht es nie wieder.

Modernes Bad mit Vorwand, Ablage und großformatigen Fliesen

Abdichtung an den richtigen Stellen

Im Bad wird nicht jede Wand gleich behandelt. Im Duschbereich wird die Abdichtung über die gesamte Spritzwasserzone gezogen, an Wannen bis über den Wannenrand. Am Boden schließt sie an den Ablauf an und läuft an den Wänden ein Stück hoch. In Ecken und an Übergängen zwischen Wand und Boden werden Dichtbänder eingelegt, damit Bewegungen die Abdichtung nicht reißen lassen. Rohrdurchführungen erhalten passende Manschetten. Erst darauf kommen Fliesenkleber und Fliesen. Fehler in dieser Schicht zeigen sich oft erst nach Jahren, wenn Feuchtigkeit in die Platten oder in angrenzende Räume gezogen ist. Gerade beim Trockenbau im Bad lohnt es sich deshalb, die Abdichtung von einem Fachbetrieb ausführen zu lassen.

Gut zu wissen. Planen Sie in der Vorwand eine Revisionsöffnung ein, etwa hinter der Betätigungsplatte des WCs. So bleiben Spülkasten und Ventile später erreichbar.

Planungsskizze eines Bades mit Vorwand und bodengleicher Dusche

Nischen, Ablagen und Zugänge planen

Der größte Vorteil der Vorwandinstallation ist die Freiheit bei der Gestaltung. Damit sie genutzt wird, sollte vor Baubeginn feststehen, wo Waschtisch, WC, Spiegel und Beleuchtung hingehören. Nischen in der Dusche werden am besten so geplant, dass ihre Kanten auf eine Fliesenfuge fallen. Steckdosen für Spiegelschrank oder Föhn werden mit dem nötigen Abstand zum Wasser eingeplant. Für Hängeschränke oder Haltegriffe kommen Verstärkungen in die Vorwand, auch wenn sie erst später montiert werden. Bei der Vorwandinstallation lohnt sich außerdem ein Blick auf die Höhen. Waschtisch und WC lassen sich an die Größe der Nutzer anpassen, ein etwas höher gesetztes WC ist im Alter deutlich bequemer. So entsteht ein Bad, das aufgeräumt wirkt und in dem jeder Handgriff sitzt. Wie wir Bäder im Trockenbau vorbereiten, beschreibt unsere Leistung Trockenbau.

Häufige Fragen

Darf man normale Gipsplatten im Bad verwenden?

Im Bad werden imprägnierte Platten verwendet. In Duschen und an Wannen kommt zusätzlich eine Abdichtung unter die Fliesen.

Wie tief ist eine Vorwand?

Das hängt von Gestell und Leitungen ab. Für ein wandhängendes WC sind meist rund 20 Zentimeter einzuplanen.

Trägt eine Vorwand ein wandhängendes WC?

Ja, das Gewicht trägt das Montagegestell, das am Boden und an der Rohwand verankert ist, nicht die Beplankung.

Kommt man später noch an den Spülkasten?

Ja, über die Öffnung hinter der Betätigungsplatte. Für weitere Ventile empfiehlt sich eine eigene Revisionsöffnung.

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