Ratgeber · Trockenbau

Leise und sicher – wie eine leichte Wand Schall und Feuer standhält

Ratgebervon Augusta InnenausbauOktober 20265 Min Lesezeit

Eine leichte Wand muss nicht hellhörig sein und schützt bei richtigem Aufbau auch im Brandfall. Entscheidend sind Dämmung, Plattenart, Anzahl der Lagen und vor allem saubere Anschlüsse an Boden, Decke und Nachbarwände.

Viele verbinden mit Trockenbau dünne Wände, durch die man jedes Gespräch hört. Das stimmt nur, wenn an der falschen Stelle gespart wurde. Richtig geplant erreichen Ständerwände einen Schallschutz, der dem von gemauerten Innenwänden gleichkommt, und Feuerschutzplatten halten einem Brand für eine festgelegte Zeit stand.

Dieser Ratgeber erklärt, wie Schallschutz im Trockenbau funktioniert, was Brandschutz im Trockenbau bedeutet und welche Details am häufigsten unterschätzt werden.

Wie eine Wand den Schall bremst

Eine Ständerwand arbeitet nach dem Prinzip Masse, Feder, Masse. Die Platten auf beiden Seiten sind die Massen, der gedämmte Hohlraum dazwischen wirkt wie eine Feder. Trifft Schall auf die eine Seite, gerät die Platte in Schwingung. Die Dämmung im Hohlraum schluckt einen großen Teil dieser Energie, bevor sie die andere Seite erreicht. Je schwerer die Platten und je besser die beiden Seiten voneinander getrennt sind, desto weniger kommt im Nachbarraum an. Deshalb können zwei Wände gleicher Dicke sehr unterschiedlich gut dämmen.

Der Schallschutz einer Wand wird mit dem Schalldämmmaß in Dezibel angegeben. Je höher der Wert, desto weniger dringt durch. Für die Praxis wichtiger als die genaue Zahl ist die Frage, welche Räume getrennt werden. Zwischen zwei Kinderzimmern genügt ein anderer Aufbau als zwischen Schlafzimmer und Bad oder zwischen zwei Wohnungen, wo die Bauordnung höhere Werte verlangt.

VOM EINFACHEN ZUM BESSEREN SCHALLSCHUTZEinlagigmit DämmungZweilagigmehr MasseGetrenntzwei Ständereinfacher Raumtrennerhoher Schallschutz, etwa zwischen Wohnungen
Mehr Plattenlagen und eine Trennung der beiden Wandseiten verbessern den Schallschutz deutlich. Welcher Aufbau nötig ist, hängt davon ab, welche Räume die Wand trennt.

Kurz gesagt. Masse, Dämmung und Trennung der Wandseiten bestimmen, wie leise eine Trockenbauwand ist. Die Dicke allein sagt wenig.

Stellschrauben für mehr Ruhe

Wer zwischen Schlafzimmer und Bad oder zwischen Arbeitszimmer und Wohnraum Ruhe möchte, hat mehrere Möglichkeiten.

Zweite Plattenlage

Eine zweite Lage Gipsplatten auf jeder Seite erhöht die Masse und verbessert den Schallschutz spürbar. Sie macht die Wand außerdem stabiler.

Vollständige Dämmung

Der Hohlraum sollte vollständig mit weicher Mineralwolle gefüllt sein. Lücken und zusammengedrückte Dämmung lassen Schall durch.

Getrennte Ständerwerke

Bei hohen Anforderungen stehen die beiden Wandseiten auf eigenen Ständern, die sich nicht berühren. So wird der Schall kaum noch weitergeleitet.

Eine leise Wand entsteht nicht durch Dicke, sondern durch Masse, Dämmung und Trennung.

Entkerntes Geschoss mit Holzbalkendecke vor dem Einbau neuer Trennwände

Brandschutz im Trockenbau

Gipsplatten enthalten von Natur aus Kristallwasser. Im Brandfall verdampft es langsam und hält die Temperatur auf der abgewandten Seite lange niedrig. Feuerschutzplatten sind zusätzlich mit Glasfasern verstärkt und halten länger zusammen. Mit dem passenden Aufbau erreichen Trockenbauwände und Decken einen Feuerwiderstand von 30, 60 oder 90 Minuten. Wo welcher Wert gefordert ist, regeln Bauordnung und Brandschutzkonzept, etwa bei Wänden zu Treppenräumen, bei Dachgeschossausbauten oder in Mehrfamilienhäusern. Wichtig ist, dass der geprüfte Aufbau vollständig eingehalten wird. Eine andere Platte, eine fehlende Lage oder ungeeignete Dämmung führen dazu, dass die Wand den Nachweis nicht mehr erfüllt.

Gut zu wissen. Durchführungen für Kabel und Rohre durch eine Brandschutzwand müssen mit zugelassenen Abschottungen verschlossen werden. Ein einfaches Loch mit Bauschaum hebt die Schutzwirkung auf.

Dachgeschoss im Rohbau mit Mauerwerk und Holzbalken vor dem Trockenbau

Die Schwachstellen liegen in den Details

Die beste Wand verliert ihre Wirkung, wenn an den Rändern Schall oder Feuer durchkommt. An Boden, Decke und angrenzenden Wänden werden die Profile deshalb mit einem Dichtungsband angeschlossen, das Fugen schließt und Schwingungen dämpft. Steckdosen sollten auf beiden Seiten nicht genau gegenüberliegen, weil sonst eine direkte Lücke entsteht. Türen sind oft der lauteste Punkt einer Wand. Eine Tür mit Dichtungen und eine Absenkdichtung am Boden bringen mehr als jede zusätzliche Plattenlage. Auch Leitungen in der Wand können Geräusche übertragen, wenn sie fest mit den Profilen verbunden sind. Rohre werden deshalb mit Schallschutzschellen befestigt und gedämmt. Wer Schallschutz im Trockenbau ernst nimmt, plant deshalb die Wand und ihre Anschlüsse zusammen. Mehr zu unseren Arbeiten finden Sie bei der Leistung Trockenbau.

Häufige Fragen

Ist eine Trockenbauwand so leise wie eine gemauerte Wand?

Mit zweilagiger Beplankung, voller Dämmung und sauberen Anschlüssen kann sie einen vergleichbaren Schallschutz erreichen.

Was ist eine Feuerschutzplatte?

Eine Gipsplatte mit Glasfaserverstärkung, die im Brandfall länger zusammenhält. Sie wird überall dort eingesetzt, wo ein Feuerwiderstand gefordert ist.

Hilft mehr Dämmung immer?

Nur bis der Hohlraum gefüllt ist. Danach bringen eine zweite Plattenlage oder getrennte Ständer mehr als zusätzliche Dämmung.

Warum hört man trotz guter Wand den Nachbarraum?

Meist kommt der Schall über die Tür, über Lücken an den Anschlüssen oder über gegenüberliegende Steckdosen.

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