Ratgeber · Dachgeschoss

Mehr Licht unter der Schräge – Dachfenster, Gaube und Beleuchtung richtig planen

Ratgebervon Augusta InnenausbauOktober 20265 Min Lesezeit

Ob sich ein Dachzimmer wie ein Wohnraum oder wie ein ausgebauter Speicher anfühlt, entscheidet vor allem das Licht. Mit gut platzierten Fenstern und einer durchdachten Beleuchtung wird die Schräge zum Vorteil.

Unter dem Dach fällt Tageslicht anders ein als in einem Vollgeschoss. Ein Fenster in der Schräge bringt deutlich mehr Helligkeit als ein gleich großes Fenster in einer senkrechten Wand. Gleichzeitig sind Ausblick, Kopfhöhe und Sommerhitze Themen, die bei der Planung zusammen betrachtet werden sollten.

Dieser Ratgeber zeigt, wie viel Fensterfläche ein Raum braucht, wann sich eine Gaube lohnt und wie künstliches Licht unter der Schräge am besten wirkt.

Wie viel Fenster ein Dachraum braucht

Als Faustregel gilt, dass die Fensterfläche eines Aufenthaltsraums mindestens ein Achtel seiner Grundfläche betragen sollte. Viele Landesbauordnungen nennen diesen Wert als Mindestmaß. Für ein angenehm helles Zimmer darf es gern mehr sein. Wichtig ist auch die Lage. Ein Dachfenster mit der Unterkante etwa auf Brüstungshöhe und einer Oberkante, unter der man gut hindurchsehen kann, verbindet Licht mit Ausblick. Sitzt es zu hoch, sieht man nur Himmel, sitzt es zu tief, stößt man sich den Kopf. Zwei Fenster nebeneinander oder übereinander verteilen das Licht besser als ein einzelnes großes.

Kurz gesagt. Mindestens ein Achtel der Grundfläche als Fenster, besser mehr. Die richtige Höhe entscheidet über Ausblick und Komfort.

DREI WEGE ZU MEHR LICHTDachfensterGaubeLichtbandviel Licht, wenig Aufwandmehr Kopfhöhe und StellflächeFenster über die Höhe der Schräge
Vereinfachte Querschnitte. Grün ist die Glasfläche. Eine Gaube ist am aufwendigsten, schafft aber als einzige Variante zusätzlichen Raum.

Dachfenster, Gaube oder Lichtband

Die drei Lösungen unterscheiden sich in Aufwand, Wirkung und Genehmigung. Oft werden sie kombiniert, etwa eine Gaube für mehr Stellfläche auf der einen Seite und Fenster in der Dachfläche auf der anderen. Entscheidend ist, wie der Raum später genutzt wird und wo Bett, Schreibtisch oder Sitzecke stehen sollen.

Dachfenster

Ein Fenster in der Dachfläche ist die einfachste und günstigste Lösung. Es bringt durch die Neigung besonders viel Licht und wird meist zwischen zwei Sparren eingebaut.

Gaube

Eine Gaube erweitert das Dach nach außen und schafft dort, wo sonst die Schräge stört, aufrechte Kopfhöhe und Stellfläche. Sie greift in Dachstuhl und Eindeckung ein und ist in der Regel genehmigungspflichtig.

Lichtband

Mehrere Fenster neben- und übereinander bilden ein Lichtband über die ganze Höhe der Schräge. Es wirkt fast wie eine Glaswand und holt besonders viel Tageslicht und Ausblick in den Raum.

Unter dem Dach bringt jedes Fenster mehr Licht als im Geschoss darunter.

Fachleute besprechen vor Ort die Planung von Fenstern und Beleuchtung

Künstliches Licht unter der Schräge

Abends übernimmt die Beleuchtung, und unter Schrägen funktioniert sie anders als unter einer flachen Decke. Eine einzelne Leuchte in der Mitte lässt die niedrigen Bereiche dunkel. Besser sind mehrere Lichtquellen. Einbauleuchten in der Verkleidung der Schräge verteilen das Licht gleichmäßig, eine indirekte Beleuchtung auf einem Kniestock oder einer Ablage lässt die Decke höher wirken. Für Schreibtisch und Leseplatz kommt gerichtetes Licht dazu. Weil die Kabel in der Installationsebene unter der Dampfbremse liegen sollten, muss die Beleuchtung vor dem Trockenbau feststehen. Nachträglich sind Leitungen nur mit Aufwand zu verlegen. Lichtschalter gehören an jede Tür und bei Schlafräumen zusätzlich ans Bett, damit niemand im Dunkeln unter der Schräge suchen muss. Planen Sie auch ausreichend Steckdosen ein, denn in Dachräumen fehlen oft Wände, an denen sie später nachgerüstet werden können.

Gut zu wissen. Warmweißes Licht lässt Holz und helle Wände unter der Schräge besonders wohnlich wirken. Dimmbare Leuchten machen den Raum flexibel.

Dachgeschoss im Trockenbau mit neuen Wänden und Türöffnungen vor dem Einbau der Leuchten

Sonnenschutz nicht vergessen

Viel Glas in der Dachfläche bedeutet im Sommer auch viel Wärme. Ein Dachfenster in Südlage kann einen Raum schnell aufheizen. Den besten Schutz bieten außen liegende Rollläden oder Hitzeschutzmarkisen, weil sie die Sonne abhalten, bevor sie das Glas erreicht. Innen liegende Rollos und Plissees regeln vor allem die Helligkeit und den Sichtschutz. Moderne Dachfenster lassen sich mit elektrischem Antrieb und Sensoren ausstatten, die bei Regen schließen und bei Sonne beschatten. Wer Fenster, Beleuchtung und Sonnenschutz gemeinsam plant, bekommt ein Dachgeschoss, das zu jeder Jahreszeit angenehm ist. Wie wir Dachräume ausbauen, beschreibt unsere Leistung Dachgeschossausbauten.

Häufige Fragen

Wie groß sollten die Fenster im Dachgeschoss sein?

Als Mindestmaß gilt meist ein Achtel der Grundfläche des Raums. Für ein helles Zimmer darf die Fensterfläche gern größer sein.

Braucht eine Gaube eine Genehmigung?

In der Regel ja, weil sie die äußere Gestalt des Hauses verändert. Die Details regelt das jeweilige Bundesland.

Wie hoch sollte ein Fenster in der Schräge sitzen?

Die Unterkante etwa auf Brüstungshöhe und die Oberkante so hoch, dass man im Stehen hinausschauen kann, ohne sich zu bücken.

Was hilft am besten gegen Hitze durch die Fenster?

Außen liegender Sonnenschutz wie Rollläden oder Hitzeschutzmarkisen. Er hält die Wärme ab, bevor sie das Glas erreicht.

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