Ratgeber · Dachgeschoss

Warm im Winter, kühl im Sommer – so wird das Dach beim Ausbau gedämmt

Ratgebervon Augusta InnenausbauOktober 20265 Min Lesezeit

Ein Raum unter dem Dach ist nur so angenehm wie seine Dämmung. Sie entscheidet, ob das Zimmer im Winter warm bleibt, im Sommer nicht überhitzt und ob sich in der Konstruktion Feuchtigkeit sammelt.

Beim Ausbau eines Dachgeschosses ist die Dämmung der wichtigste unsichtbare Teil. Gleichzeitig gibt es mehrere Wege, sie einzubauen, und jeder hat seine Eigenheiten. Welche Lösung passt, hängt davon ab, ob das Dach ohnehin neu gedeckt wird, wie hoch die Sparren sind und wie viel Raumhöhe verloren gehen darf.

Dieser Ratgeber erklärt die drei üblichen Varianten der Dachdämmung, die Rolle der Dampfbremse und was gegen Hitze im Sommer hilft.

Was eine Dachdämmung leisten muss

Über das Dach geht in einem ungedämmten Haus besonders viel Wärme verloren. Wird ein Dachgeschoss zu Wohnraum, verlangt das Gebäudeenergiegesetz deshalb eine Dämmung, die einen festgelegten Wärmedurchgang nicht überschreitet. Für ein Steildach liegt dieser Wert bei 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. In der Praxis bedeutet das je nach Material eine Dämmstärke von etwa 16 bis 24 Zentimetern. Gleichzeitig muss die Konstruktion feuchtesicher bleiben. Warme Raumluft enthält Wasserdampf, der in der kalten Dämmung nicht kondensieren darf. Und schließlich soll die Dämmung im Sommer verhindern, dass sich der Raum unter der Dachhaut aufheizt.

Kurz gesagt. Eine gute Dachdämmung hält Wärme drinnen, Hitze draußen und Feuchtigkeit aus der Konstruktion. Alle drei Aufgaben müssen zusammen gelöst werden.

Drei Wege, das Dach zu dämmen

Je nachdem, ob das Dach von innen oder von außen bearbeitet wird, gibt es drei Grundformen, die auch kombiniert werden. Welche Variante sinnvoll ist, entscheidet sich nach dem Zustand der Eindeckung, der Höhe der Sparren und der Raumhöhe, die nach dem Ausbau bleiben soll. Bei einem Dach, das in den nächsten Jahren ohnehin neu gedeckt werden muss, lohnt es sich, beide Maßnahmen zusammen zu planen.

Zwischensparrendämmung

Die Dämmung wird zwischen die Sparren geklemmt. Das ist beim Ausbau von innen die häufigste Lösung. Reicht die Sparrenhöhe nicht für die nötige Dämmstärke, wird sie mit einer zweiten Lage ergänzt.

Untersparrendämmung

Eine zusätzliche Lage unter den Sparren erhöht die Dämmstärke und überdeckt die Holzbalken als Wärmebrücken. In dieser Ebene lassen sich außerdem Leitungen verlegen, ohne die Dampfbremse zu verletzen. Sie kostet einige Zentimeter Raumhöhe.

Aufsparrendämmung

Die Dämmung liegt als durchgehende Schicht auf den Sparren unter der neuen Eindeckung. Das ist bauphysikalisch sehr gut, aber nur sinnvoll, wenn das Dach ohnehin neu gedeckt wird. Innen bleibt die volle Raumhöhe erhalten.

DREI VARIANTEN IM SCHNITTZwischensparrenDämmung zwischen den BalkenZwischen und unterzweite Lage überdeckt die BalkenAufsparrenbei neuer Eindeckung
Oben jeweils die Dachhaut, unten die Innenverkleidung. Holz ist braun, Dämmung hell, die grüne Linie markiert die luftdichte Ebene. Der Schnitt ist vereinfacht und nicht maßstäblich.

Die Dämmung hält die Wärme, die luftdichte Ebene hält das Dach trocken.

Altes Haus mit Gerüst während der Erneuerung von Dach und Fassade

Die luftdichte Ebene

Auf der warmen Raumseite der Dämmung liegt eine Dampfbremse. Sie verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung strömt und dort kondensiert. Dafür muss sie wirklich luftdicht sein. Alle Bahnen werden überlappend verklebt, Anschlüsse an Mauerwerk, Giebel und Dachfenster mit speziellen Klebebändern geschlossen, Durchdringungen für Kabel und Rohre mit Manschetten abgedichtet. Schon kleine Lücken lassen über einen Winter erstaunlich viel Feuchtigkeit in die Konstruktion. Die Folgen zeigen sich manchmal erst nach Jahren als Schimmel oder feuchtes Holz. Eine Installationsebene unter der Dampfbremse schützt sie davor, später für jede Steckdose durchstochen zu werden. Ob die Hülle dicht ist, lässt sich vor dem Verkleiden mit einer Luftdichtheitsmessung prüfen.

Gut zu wissen. Eine Luftdichtheitsmessung vor dem Schließen der Verkleidung zeigt Lecks, solange sie noch einfach zu beheben sind.

Dachgeschoss im Rohbau mit Mauerwerk, Holzbalken und Leiter vor dem Dämmen

Hitzeschutz im Sommer

Viele Dachzimmer sind im Winter angenehm und im Sommer kaum auszuhalten. Gegen Hitze hilft eine Dämmung mit hoher Speichermasse, die die Wärme langsamer nach innen weitergibt. Holzfaser ist dafür ein bewährtes Material. Mindestens so wichtig ist der Sonnenschutz an den Dachfenstern, denn durch Glas kommt im Sommer die meiste Wärme herein. Außen liegende Rollläden oder Hitzeschutzmarkisen halten deutlich mehr ab als Rollos auf der Innenseite. Dazu kommt richtiges Lüften in den kühlen Morgen- und Abendstunden. Auch helle Dachziegel und eine gut belüftete Ebene unter der Eindeckung leisten einen Beitrag. Wer beim Dachausbau gleich auf Hitzeschutz achtet, spart sich später ein Klimagerät. Wie wir Dachgeschosse dämmen und ausbauen, zeigt unsere Leistung Dachgeschossausbauten.

Häufige Fragen

Wie dick muss die Dämmung im Dach sein?

Um die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes zu erfüllen, sind je nach Material meist 16 bis 24 Zentimeter nötig.

Welches Dämmmaterial ist das beste?

Mineralwolle ist verbreitet und günstig, Holzfaser schützt besser vor Sommerhitze. Welches Material passt, hängt vom Aufbau und den Prioritäten ab.

Wozu dient die Dampfbremse?

Sie verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung gelangt und dort kondensiert. Dafür muss sie lückenlos verklebt sein.

Kann man das Dach von innen dämmen?

Ja, mit einer Zwischensparren- und Untersparrendämmung. Das ist beim Ausbau ohne neue Eindeckung der übliche Weg.

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